Gen Weiß - of-jepik

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Gen Weiß

Weiß – die etwas andere „Farbe“

Denn Weiß bei Katzen ist nicht wirklich Farbe, es ist eher ein Mantel der über die eigentliche Farbe getragen wird. Die Grundfarben aller Katzen sind Rot und Schwarz (gen. als nicht rot bezeichnet). Sämtliche Erscheinungsbilder, ihre Vielfalt  basieren auf Variationen dieser Grundfarben, verursacht durch eine Vielzahl weiterer Gene, sei es durch Aufhellung (blau und creme - sog. "Verdünnung"), Zeichnung, Verdrängung der Farbpartikel (sog. Silber/Smoke) oder einfach schlichtes Fehlen bzw.  Überdecken von Farbe welche sich auf dem Tier als Gescheckt bzw. ganz weiß zeigt.

Für ein geschecktes Tier ist das Gen „S“ zuständig und bewirkt mal mehr (bis hin zu weißer Katze mit farbigen Ohren und Schweif) mal weniger  (ein kleiner weißer Fleck am Hals z.B.) weißer Farbe im Fell.

Komplett unabhängig von diesem „S“ Gen ist jedoch das Gen „W“ welches eine komplett weiße Katze in sich trägt. Dieses Gen ist dominanter als jedes andere Farbgen da es ALLES überdeckt. Nur durch genaue Erforschung  des Stammbaumes eines Weißen Tieres kann man erahnen was unter diesem Mäntelchen steckt (wie erwähnt an Farben und Zeichnungen ist alles möglich). Nur ab und zu kann man nach der Geburt weißer Kitten noch erkennen, was sich darunter verbirgt,  weil einige Kitten ein „Loch“ im Mäntelchen haben, der die eigentliche Farbe anzeigt. Dieser verschwindet jedoch mit der Zeit.
Wenn man sich für so ein außergewöhnlich schönes weißes Katzenkind entscheidet, sollte man bedenken, dass weiße Katzen in der freien Natur kaum eine Chance zu überleben haben (welche Maus und welcher Vogel lässt sich freiwillig  fangen, der weiße Mantel der Katze ist nur im Schnee vorteilhaft, jeder Hund sieht das strahlende weiß sofort, ….. ), daher sind sie NUR für ein Leben im gesicherten Garten / Balkon o.ä. geeignet.

Auch züchterisch ist ein weißes  Fellchen nicht ganz ohne Risiko da es immer wieder, (es gibt hierzu einige Thesen die das eine oder andere zu belegen versuchen und dann gibt es jede Menge Thesen – natürlich alles wissenschaftlich – die genau das gleiche wiederlegen).  Auf jeden Fall ist hier der Züchter gefragt, denn die Zucht mit weißen Katzen erfordert auf jeden Fall genaue genetische Kenntnisse, viel Verantwortungsgefühl und wenn dann noch die Gesundheit der Tiere an erster Stelle steht …..

Viele Vereine bestehen auf einen BEAR – Audiometischen Test um Klarheit zu bekommen ob ein weißes Tier hört oder nicht. Taube Katzen sind natürlich zu kastrieren und nie zur Zucht zu nehmen!

Einige weiße Katzen haben Blaue  Augen, dies kann zu einer Störung des Sehvermögens führen, ob ein Tier schlecht sieht oder nicht ist allerdings relativ einfach festzustellen: der Augenhintergrund von Katzen hat eine stark reflektierende Schicht ( Tarpetum Lucidum), die das  ins Auge fallende Licht zurück wirft, somit passiert dass Licht das Auge 2x an derselben Stelle und die Katze sieht alles doppelt so hell. Zum Test: Die Katze wird aus einer geringen Entfernung mit Blitzlicht fotografiert, das Licht muss nahe an der  Linse festgemacht sein. Wenn man dann die Augen der Katze ansieht und sie sind giftgrün, ist alles in Ordnung, erscheinen sie aber rot wie bei einem Menschen ist die Schicht leider nicht vorhanden und die Katze hat nur die halbe Sehkraft bei Dämmerung.

Darf ein weißes Fellkind auch ein Freigehege benutzen, einen Balkon oder hat es gar einen gesicherten Garten zum toben und spielen, darf man nicht vergessen das Tier nicht zu viel in die Sonne zu lassen. Da die Ohren durch die weißen Haare (wie  bei allen nicht-pigmentierten Lebewesen) schnell einen Sonnenbrand bekommen können und dadurch das Hautkrebsrisiko steigt. Meist sind die Tiere aber ohnehin schlau genug sich einen Schattenplatz zu suchen und dort ihr Schläfchen zu halten, nur ganz  aus den Augen würde ich meine Weißen / sehr hellen Tiere nicht lassen ;o).

Meine Kenntnisse beziehen sich auf viele Gespräche mit Züchtern die jahrelange Zuchterfahrung mit Weiß haben, dem wochenlangen intensiven Erforschen aller Studien die im Netz und über Papierform zu finden waren. Über Weiße Tiere gibt  es in div. Richtungen (Albino – anderes Gen, Albinismus – Blockade der Melaninsynthese, …..) noch viel mehr. Ich habe mich aber auf alles beschränkt was den Maine Coon Liebhaber betrifft / betreffen kann.

Für alle die`s noch ein bissi genauer wissen möchten:

Kurz zusammengefasst:

Weiße Katzen (Epistatisch Weiß) entstehen in der frühembryonalen Entwicklung durch eine Fehlentwicklung von Strukturen der Neuralleiste, es gibt somit am Körper des Tieres keinePigment bildende Zellen mehr.

Eigentlich ist Weiß keine  Farbe sondern die Abwesenheit von Farbstoff, somit ist einen weiße Katze eigentlich farblos. Es wirkt hier das mutierte Gen W das dominant gegenüber allen anderen Farb- und Zeichnungsgenen wirkt.

Es wurde des öfteren davon berichtet dass Taubheit bei weißen Katzen immer wieder mit Blauäugigkeit einhergeht, auch die Verpaarung zweier weißen Katzen scheint die Taubheit sehr zu begünstigen (hier können reinerbige Tiere - W/W - für  Weiß entstehen) und ist von den meisten Vereinen strikt verboten! Ich habe zu diesen Themen allerdings noch keine wissenschaftlichen Studien gefunden, sondern sämtliche Berichte gehen auf Beobachtungswerte zurück. Allerdings sind auch goldene  Augen keine Garantie für ein gutes Gehör.

Eine weiße Katze ist nicht mit einem Albino zu verwechseln, den ein Albino entsteht durch einen anderen Vorgang der Gene c und ca. Nur durch die Gene Ww und cscs (Maskenfaktor) können Katzen mit blauen Augen und weißen Fellkleid ohne die Gefahr  einer Taubheit gezüchtet werden. Da es bei den Maine Coons allerdings keinen Maskenfaktor gibt ist dies hier nicht möglich.

Es wurde auch beobachtet, dass bei Harlekin Katzen (bzw. Tieren mit einem sehr hohen Anteil an Weiß) mit ein oder zwei blauen Augen Taubheit auftreten kann. Die Erklärung hierfür dürfte darin liegen das dieses Gen S (Scheckungsgen) ebenfalls  in der Embryonalen Phase seine Wirkung zeigt, jedoch etwas später als das Gen W, somit ist es nicht komplett dominat über sämtliche anderen Farb- und Zeichnungsgenen.

Natürlich bin ich bemüht weiterhin zu lernen und so ich neue Erkenntnisse habe werde ich diese hier festhalten!

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